Wenn sich das Immunsystem erholt darf die Primär-Prophylaxe gegen eine ZNS-Toxoplasmose wieder abgesetzt werden.
 

240 TeilnehmerInnen der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie die wegen einer nachgewiesenen Toxoplasma gondii -Infektion (Antikörpern gegen T. gondii im Blut) und tiefen CD4-Werten (<200 Zellen/ml) eine Primärprophylaxe (meistens mit Baktrim® forte 3x/Woche) gegen einer ZNS-Toxoplasmose (Hirnabszess mit dem Parasiten Toxoplasma gondii) durchführten, setzten die Prophylaxe wieder ab, nachdem ihre CD4-Zellen unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie während mindestens drei Monaten wieder auf Werte über 200 CD4-Zellen/ml Blut angestiegen waren. Während einer mittleren Beobachtungsdauer von 26 Monaten kam es bei keiner PatientIn zu einer ZNS-Toxoplasmose. Das statistisch errechnete Risiko, nach einem anhaltenden Wiederanstieg der CD4-Zellen an einer ZNS-Toxoplasmose zu erkranken beträgt maximal 1.1% pro Jahr. Dieses Risiko ist weniger als halb so gross, als dasjenige von PatientInnen mit nachgewiesener Toxoplasma gondii -Infektion und CD4-Zellen zwischen 200-500 Zellen/ml in den Jahren 1990-94, als keine wirksamen antiretroviralen Therapien zur Verfügung standen.

Hj. Furrer, M. Opravil, E. Bernasconi, A. Telenti, M. Egger for the Swiss HIV Cohort Study. Discontinuation of primary prophylaxis in HIV-infected patients at concurrent high risk of both Toxoplasma encephalitis and Pneumocystis carinii pneumonia. Lancet 2000;355:2217-2218